Nach einem Regierungswechsel 2002 wurde Nicaragua zu einem Vorzeigeland der Pariser Agenda für die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit. In diesem Kontext wurde auch das Finanzierungsinstrument Budgethilfe eingeführt. Das Beispiel Nicaragua zeigt, dass die der Pariser-Agenda-Erklärung zugrundeliegende Annahme, dass Good Governance und Armutsminderung sich einander bedingen, zumindest kurzfristig nicht zutrifft und es dadurch zu einem Trade-off zwischen diesen Zielsetzungen kommen kann. In Nicaragua scheinen für die traditionelle Gebergemeinschaft Governance-Kritierien den Vorrang vor sozialen Indikatoren erhalten zu haben.