Dieser Artikel versucht eine Analyse der umstrittenen “Participacion Popular” (= P.P.) aus Sicht der andinen Dorfgemeinschaften. Dieses Gesetz der PP. soll angeblich alle Bolivianerinnen zur Teilnahme am politischen Geschehen ermächtigen bzw. die Wahrung ihrer Interessen garantieren. Die Analyse zeigt jedoch deutlich, dass die P.P. nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren für marginalisierte Bevölkerungsgruppen in sich birgt. So droht sie für die andinen Dorfgemeinschaften zu einer inhaltslosen Scheindemokratie zu verkommen, in der bestehende Machtgefälle erfolgreich verschleiert und die alten Unterdrückungsmechanismen an die neuen (neoliberalen) Bedingungen angepasst werden. Und trotzdem – in einigen Fällen gelingt es den Unterdrückten doch, sich durch die P.P. nicht noch weiter entmachten zu lassen, sondern sie in den Dienst ihrer eigenen Interessen zu stellen.