In Österreich sind heute mehr als 700 Organisationen entwicklungspolitisch aktiv. 1994 erhielten rund 50 österreichische Entwicklungsorganisationen Mittel aus dem Bundesbudget. Die Sektion Entwicklungszusammenarbeit ist für die Koordination der österreichischen Entwicklungspolitik und für die Verwaltung des Budgets der Projekt und Programmhilfe zuständig. Dieses Budget stellt für NGOs die Hauptquelle der für sie verfügbaren öffentlichen Mittel dar. 1994 betrug dieses Budget 14% der gesamten ODA. In Österreich gibt es keine Durchführungsagentur für bilaterale Projekte. NGOs und Privatunternehmen sind die Hauptakteure der österreichischen Programm- und Projekthilfe. 1994 gingen 60% dieses Budgets an von österreichischen NGOs durchgeführte Projekte. Es gibt keine offizielle Unterscheidung zwischen Projekten, bei denen die Regierung NGO-Projekte fördert und jenen, bei denen NGOs staatliche Auftragsprojekte durchführen. Komplexe Budgetregeln sind eines der Hauptprobleme für die Durchführung von bilateralen Projekten. Es gibt keine Ausnahme für die Entwicklungshilfeverwaltung aus der Einjährigkeit des Bundesbudgets, was die Planung und eine kontinuierliche Arbeit für die Sektion Entwicklungszusammenarbeit erheblich erschwert. Die Folgen aus dieser Situation werden direkt an die NGOs weitergegeben. Gegenwärtig können beträchtliche Veränderungen in den Beziehungen zwischen NGOs und Regierung beobachtet werden. Hauptgründe sind: Die Reduktion des Programm- und Projekthilfebudgets 1995 und die Angst, daß es sogar noch zu einer weiteren Verringerung kommen könnte. Der Beitritt zur europäischen Union: Die österreichischen Beiträge zum EU Entwicklungshilfebudget und zum EDF werden von Politikern zum Teil als Rechtfertigung für die Reduktion des bilateralen Budgets benützt. Es ist jedoch sehr schwierig für nicht kirchliche NGOs, die Kriterien für den Erhalt von Kofinanzierungsmitteln aus dem EU-Budget zu erfüllen. Die Auswahl von Schwerpunkt/ändern durch die EZA-Verwaltung und ihre Intention, eine aktivere Rolle bei der Auswahl von Projekten einzunehmen. Die geäußerten Intentionen von Entwicklungshilfebeamten, die direkte Kooperation mit südlichen NGOs zu erhöhen.