Delhi hat in den 90er Jahren, seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes, als Standort multinationaler Unternehmen, als Zentrum wirtschaftlicher Macht- und Kontrollfunktionen an Bedeutung gewonnen. Mit der zunehmenden Ansiedelung multinationaler Unternehmen treffen globale und lokale Interessen im Stadtraum aufeinander. Dabei werden Verdrängungsprozesse ausgelöst, die sich besonders deutlich auf dem Immobilienmarkt zeigen, Die starke Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen von Seiten multinationaler Unternehmen hat zunächst die Preise im Central Business District hochgetrieben und in der Folge eine Kettenreaktion ausgelöst, die sich bis in die unteren Marktsegmente fortsetzt. Dem freien Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte steht in Delhi eine starre Stadtplanungspolitik entgegen, sodass sich die Auswirkungen dieser Verschiebungen vor allem über die Preisentwicklung und die Umwertung von Stadtvierteln ausdrücken. Sichtbare bauliche Entwicklungen entstehen vor allem dort, wo der Einfluss der Planungsbehörden endet: in den Stadtteilen im Süden, die von privaten Developern auf freehold-Iand entwickelt wurden, in der rechtlichen Grauzone der urban villages und vor allen Dingen außerhalb der Stadtgrenzen, in Gurgaon etwa, wo die Developer freie Hand haben.