Mexiko ist durch den Beitritt zur NAFTA einer besonders intensiven Internationalisierungsdynamik ausgesetzt. Ein Bereich, auf den die Auswirkungen besonders massiv sind, ist die Landwirtschaft. Durch eine Verfassungsänderung wurde das Ejido, eine Produktionsform, bei der Bauern und Bäuerinnen das Recht auf Bearbeitung von Gemeindeland haben, zur Privatisierung frei gegeben. Land wird dadurch zur Ware, und die Menschen müssen sich auf nationalen und internationalen Arbeitsmärkten verkaufen, was zum Ansteigen der Binnen- und internationalen Migration führt. Eine andere Auswirkung ist das Anwachsen der flexiblen, unorganisierten Arbeitskräfteschar, die für die kommerzielle Landwirtschaft mit am nordamerikanischen Markt wettbewerbsfähigen und attraktiven Produkten benötigt wird. Ein großer Teil der Tagelöhner sind Frauen und Kinder, die mit dem Bebauungs- und Erntezyklus von Plantage zu Plantage wandern müssen, um ihr Überleben sicher zu stellen. Auch zu Hause gebliebene Frauen tragen besonders schwer an der Last der neoliberalen Entwicklung. Auf der einen Seite steigen durch die Leitung des Haushaltes und durch die Abwesenheit des emigrierten Mannes ihre täglichen Aufgaben und ihre Verantwortung, auf der anderen Seite wird durch die Form der Modernisierung der Spielraum zur Befriedigung elementarer Bedürfnisse geringer.