Ausländische Interventionen wirken sich mehrfach auf das staatlich-bürokratische Extension Service des zanzibarischen Landwirtschaftsministeriums aus: sie erhöhen für die Dauer der direkten Einflussnahme die Aktivitäten und die Mobilität der Beamten und kreieren neue Formen der Intervention auf allen Verwaltungsebenen. Es kommt zu einem zeitlich begrenzten Schub an bürokratischen Aktivitäten, neuen Projekten auf allen Ebenen und neuen Formen der Interaktion mit der bäuerlichen Zielgruppe. Die starke Außenabhängigkeit hat nicht nur Auswirkungen auf die Interaktion zwischen Staat und bäuerlicher Klientel, sondern bedingt auch die Kurzlebigkeit von Konzepten und Interventionen auf allen Ebenen der Verwaltungshierarchien. Der Versuch des Extension Service, Hierarchien durch partizipatorische Ansätze zu durchbrechen, bleibt auf Einzelmaßnahmen beschränkt. Diese Ansätze zur Annäherung zwischen Vertretern des Staates und der Zielgruppe sind oberflächlicher Natur. Sie wirken sich negativ auf das Image staatlicher Interventionsversuche bei der Zielgruppe und bieten den Bauern und Bäuerinnen kaum Möglichkeit, langfristig auf Entscheidungsprozesse Einfluss zu nehmen.