Der Beitrag bietet eine komparative Analyse von Integrationsprozessen in Westeuropa und im lateinamerikanischen Cono Sur. Von einer regulationistischen Perspektive ausgehend sieht er Integrationsprozesse als politische Projekte an, die sich auf bestimmte Akkumulationsstrategien beziehen und auf diese zurückwirken. Er kontrastiert die regionalen Verflechtungsmuster der eher binnenorientierten Akkumulationsstrategien der Nachkriegszeit mit jenen der eher außenorientierten Strategien der gegenwärtigen “großen” Krise. Mit dem Wandel der Akkumulationsstrategien hat sich in beiden Fällen auch die Ausrichtung der Integrationsprojekte verändert. Die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Wirtschaftsblöcken wird zunehmend in den Vordergrund gestellt. Während in der EU Anfänge eines regionalen Akkumulationsregimes sowie einer regionalen Regulation erkennbar sind, ist das Ausmaß der Wirtschaftsverflechtung im Mercosur- trotz einer gewissen Verstärkung – eher schwach. Damit ruht dort das Integrationsprojekt auf schwächeren Füßen. In Westeuropa war die Abgabe von Kompetenzen an die supranationale Ebene ein wichtiges Element in der Neuausrichtung der Staatlichkeit auf die neuen Akkumulationsstrategien. Auch im Cono Sur spielte die Verschiebung territorialer Regulierungsebenen eine Rolle bei der Redefinition der Staatlichkeit, wobei hier allerdings eher die Veränderungen der sub-nationalen Ebene zentral waren.