Vor dem Hintergrund aktueller Initiativen zur Förderung von entwicklungspolitischen Think-Tanks in ausgewählten Ländern des Südens stellt der Aufsatz die Diskurskoalitionstheorie als vielversprechenden Rahmen zur Erforschung von Think-Tank-Netzwerken vor. Zu diesem Zweck werden neuere Beiträge der historischen Wissenschaftsforschung und der noch jungen Think-Tank-Forschung rekapituliert. In Anbetracht ungleicher Entwicklungen von weltanschaulichen und thematischen Think-TankNetzwerken in der Entwicklungszusammenarbeit erweist sich die wohlwollende Beschreibung der gegenwärtigen Reorganisation von Forschung und Beratung als verbesserte Integration von Wissenschaft und Gesellschaft als unzutreffend bzw. unzureichend. Globale Think-Tank-Netzwerke bieten eine ergiebige Empirie zur Erforschung von transnationalen Diskursgemeinschaften und -koalitionen, die systematischer erschlossen werden muss.