Seit über einer Dekade wird, ausgehend von Initiativen der Weltbank, eine neue globale „Wissensordnung“ proklamiert. Seither haben Forschung und Beratung im Hinblick auf die internationale Entwicklungspolitik an Bedeutung gewonnen. Expertise soll dabei vermehrt aus dem globalen Süden kommen und Forschungsnetzwerke und NGOs mehr an der Politikformulierung beteiligt werden. Die Gründung des Global Development Network, einem weltweiten Verbund von WissenschaftlerInnen und Think-Tanks, Ende der 1990er Jahre kann als Ausdruck und Medium dieser Entwicklung gelten. Quantitative und qualitative Analysen deuten jedoch auf die fortgesetzte globale Asymmetrie und Hierarchie in Diskurs- und Politiknetzwerken hin. Die zahlreichen Think-Tanks und Think-TankNetzwerke können also erst im Zusammenhang mit den sie tragenden Interessen verstanden und erklärt werden. Die Beiträge des Heftes begründen den dringenden Bedarf einer unabhängigen kritischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Elementen der neuen Wissensordnung.