Der Begriff Zivilgesellschaft erscheint seit dem Ende der Bipolarität im öffentlichen Diskurs unverhältnismäßig oft. Die Teilnehmer an diesem Diskurs bemühen sich immer wieder um die Definition des Begriffs, den näheren Umständen des Gebrauchs schenken sie aber wenig Aufmerksamkeit. Wir können in diesem Zusammenhang in den Texten und in dem wissenschaftlichen und politischen Kontext, in dem sie stehen, ein deutliches Interesse der einzig verbliebenen Supermacht USA und der von ihr kontrollierten internationalen Institutionen an der Instrumentalisierung des Begriffs Zivilgesellschaft festmachen. Es liegt im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung nicht nur des Südens, der Zivilgesellschaft als mächtige Institution und Gegenspieler des derzeit unbeliebten Staates eine andere Verwendungsweise entgegen zu stellen: Zivilgesellschaft als jener Raum, in dem die gesellschaftliche Auseinandersetzung um Hegemonie stattfindet.