Die Veränderungen in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in den letzten zehn Jahren sind im Lichte internationaler Veränderungen zu sehen. Österreich hat mit jeweils etwas zeitlichem Abstand auf die Paradigmenwechsel in der internationalen Diskussion reagiert und sie nachvollzogen. Das nachdrückliche Ereignis in dieser Dekade war der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union, wenngleich die entwicklungspolitische Integration noch nicht wirklich erfolgt ist. Die Nichtregierungsorganisationen profitierten von einer maßgeblichen Erhöhung der bilateralen Programm- und Projekthilfe, erfuhren jedoch zugleich, dass ihr Selbstverständnis auf den Prüfstand geriet. Die Akteure wurden mehr und professioneller, die Wege der Eigenmittelaufbringung wurden steiniger. Die Ansprüche an die EZA haben sich deutlich erhöht, das pragmatisch Machbare deckte manchmal die notwendige Diskussion über langfristigere Ziele zu.